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Eingecheckt im 1 Million Sterne Hotel

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Schon vor mehreren Jahren hat Afrika mein Herz erobert, nach meinem ersten Besuch in Namibia vor 4 Jahren, war es quasi um mich geschehen. Immer wieder kehrte ich nach Afrika zurück, nach Botswana, nach Südafrika, nach Botswana, nach Swasiland, nach Botswana… Jedes Jahr musste es wieder dieser Kontinent sein und wie man unschwer erkennen kann ein spezielles afrikanisches Land besonders… BOTSWANA… Dieses Land, welches genauso viele Einwohner hat wie Hamburg und das auf der doppelten Fläche von Deutschland… dieses Land welches für mich mit seinem Naturschutz durch nachhaltigen Tourismus und der Vielfalt der Tiere und Menschen mit Abstand die größte Anziehungskraft ausübte und immer noch ausübt. Dieses Land, welches keinen Hehl daraus macht, dass es keinen Massentourismus möchte und dies auch durchsetzt. Und genauso wie mich damals Botswana beeindruckt hat, hat das Safariunternehmen, welches meine erste Botswana Reise durchgeführt hat Eindruck bei mir hinterlassen… BUSH WAYS SAFARIS… Es war meine erste Zeltsafari! Ja, in der Wildnis von Afrika im Zelt schlafen, das Camp teilen mit Elefanten, Löwen und allen anderen wilden Tieren. Zu Besuch sein bei all diesen wundervollen Kreaturen, ein wirkliches Abenteuer! Dieses Abenteuer und auch Bush Ways haben mich damals wirklich von dieser Art des Reisens überzeugt. Ein Guide, der wirklich jede, aber auch jede Frage beantworten konnte, egal ob es sich um große Tiere wie Elefanten oder um den 100. Vogel am Horizont handelte, OT wußte wirklich alles. Ein Koch, der auf „nur“ offenem Feuer und einem Braai-Grill das leckerste Essen zubereitete, welches bei uns in unserer Hightech Welt manche Hausfrau nicht mit ihrem ultimativen Induktionsherd hinbekommt.

Diese Reise hat damals einen Teil von meinem Herzen in Botswana zurück behalten.

Und so entschied ich mich nach 3 Jahren meinem „normalem“ Leben in Deutschland eine kleine Pause zu gönnen und als Übersetzerin bei Bush Ways zu arbeiten und zwar auf den mobilen Safaris. Mobile Safari bedeutet, dass man alle 2-3 Nächte sein Zelt in einer anderen wundervollen Gegend von Botswana oder den Nachbarländern aufbaut. Bei der Adventure Camping Safari bauen die Gäste ihre Zelte selber auf und erfahren was es bedeutet in der Natur zu leben. Neben dieser Art von Safari bietet Bush Ways auch andere Arten des Reisens in Afrika an, dabei immer mit dem Ziel die Natur und die Tiere maximal zu schützen.

http://www.bushways.com/index.php/safaris

Und ich muss sagen, es war eine der besten Entscheidungen, die ich bisher getroffen habe…

Für 3 Monate tauschte ich meine schicke Wohnung in Hamburg gegen ein einfaches Canvas-Zelt im afrikanischen Busch ein. Es mag für manche Menschen sehr verrückt klingen, dass man all den Luxus, den man hier genießt gegen ein Buschklo, eine Buschdusche und das Leben im Zelt eintauscht. Doch nirgendwo hat man so sehr das Gefühl einfach IN und MIT der Natur zu leben wie bei dieser Art des Reisens. Ich würde jederzeit jedes 5-Sterne Hotel sofort gegen mein persönliches 1 Millionen Sterne Hotel eintauschen, kein Luxushotel kann einem diesen Luxus bieten, den man unter freiem Himmel in Afrika hat! Und der Sternenhimmel in Afrika ist wirklich einzigartig!

Und nun hatte ich die Gelegenheit das Ganze für 3 Monate zu leben. Und ich lebte wirklich 3 Monate im Busch, ohne den Komfort einer Toilettenspülung, ohne fließend Wasser und ohne Verbindung zur Aussenwelt via Internet oder Smartphone. Dafür hatte ich für fast 12 Wochen jeden Tag andere atemberaubende und einzigartige Begegnungen mit großen und kleinen wilden Tieren, mit tollen Gästen und der Ruhe der Natur, was für mich den viel größeren Luxus darstellt.

Nun mag der eine oder andere denken, was ist denn das für eine Mammut Safari, die 3 Monate andauert… Nein, ich habe in meiner Zeit bei Bush Ways insgesamt 4 verschiedene Trails begleitet. Den Elephant-Trail, den Leoprad-Trail , den Lion-Trail und eine Premium Camping Safari. Jede dieser Touren hat das selbe Ende, jedoch einen sehr unterschiedlichen Anfang. So geht es von Namibia, beim Elephant-Trail, bis hin zur Kalahari, mit dem Leoprad-Trail. Doch was alle Touren gemeinsam haben ist der letzte Teil, es geht über das Okavango Delta, das Moremi Game Reserve, den Savuti, den Chobe NP nach Sambia und endet mit einem Besuch der Victoria Falls. Auch wenn ich diesen Teil mindestens 3x mitgemacht habe, hatte ich nicht ein einziges mal das Gefühl etwas doppelt erlebt zu haben!

So wie ich Bush Ways damals als Gast kennengelernt habe, war es auch diesmal als Staff! Tolle Menschen, eine super Planung und logistische Meisterleistung, wie z.b. bei 45 Grad im Schatten immer frisches Essen und gekühlte Getränke mit dabei zu haben, denn es gibt unterwegs keinen Supermarkt, an dem man sich gekühlte Getränke oder schnell neues Essen kaufen kann. Absolut professionelle Guides und Köche, bei denen man in jeder Minute erkennen kann mit welcher Leidenschaft sie ihren Beruf ausüben. Unterwegs ist man in einem geräumigen Safari-Auto, in welchem bis zu 12 Gäste Platz haben und man führt seine eigene Küche, den Vorratsraum und die Zelte in einem Trailer mit sich.

Neben absolut wundervollen Begegnungen mit Mensch und Tier hatte ich in den 3 Monaten die Gelegenheit mit anzusehen wie sich die Natur in kürzester Zeit um fast 360 Grad wandeln kann. Mein Abenteuer begann im September und endete im Dezember. Im November beginnt in Botswana die Regenzeit und das bedeutet neues Leben, wo immer man hinsieht. Nach den ersten Regenfällen beginnt die Pflanzenwelt zu spriessen und nach einer Woche war der Chobe NP nicht mehr wieder zu erkennen. Wo vorher roter Sand das Bild beherrschte, waren nun helles grün und satte Büsche zu sehen. Man konnte quasi zuschauen wie neues Leben entstand. Genauso konnte man in dieser Zeit miterleben wie die Fauna neues Leben erschuf. Von jetzt auf nachher waren überall Tierbabies zu sehen, ich durfte miterleben wie hunderte kleine Impalas die Welt erkundeten, wie ein Löwenbaby seine ersten Gehversuche an einem Wasserloch machte und wie Elefantenbabies ihre Eltern auf Trab hielten. Und das ist nur ein kleiner Teil dessen, was wir zu sehen bekamen. Dafür hatte das Ende der Trockenzeit den Vorteil, dass alle Tiere die offenen Flächen an den Wasserlöchern aufsuchen mussten, um ihren Durst zu stillen, denn die Natur hat in den Büschen und Bäumen so gut wie keine Reserve mehr. Für jeden Fotografen ein absoluter TRAUM!

Wer es möchte, hat innerhalb eines jeden Trails die Möglichkeit einen Scenic Flight über Teile dieses wundervollen Landes zu machen. In einer kleinen Cessna wird man von einem Buschpiloten über das Okavango Delta und dessen Ausläufer geflogen. Aus der Luft zeigen sich einem riesige Elefantenherden, Büffelherden, Giraffen und Hippos, und wenn man Glück hat sogar Löwen… Ein Gefühl der völligen Freiheit in den Lüften über Botswana.

Die Tiervielfalt in Botswana ist meiner Meinung nach einzigartig und vor allem berührt es mich immer wieder wie friedlich die Tiere in diesem Land sind. Besonders gut zu beobachten ist das bei den sehr friedvollen Dickhäutern, den Elefanten. In keinem anderen afrikanischen Land erlebte ich einen so respektvollen Umgang mit den sanften Riesen wie hier und das spiegelt sich auch in deren Verhalten wider. Den Tieren wird durch die Guides immer eine Möglichkeit gegeben sich aus der Begegnung zurück zu ziehen, so wird zum Beispiel kein Tier mit dem Auto bedrängt oder gar verfolgt. Es begeisterte mich immer wieder, wie gut ausgebildet die Guides bei Bush Ways sind, fast immer können sie das Verhalten der Tiere oder deren nächste Bewegung voraussagen und sich und die Gäste darauf einstellen. Ein aus einem großen Baum herunterfallendes Blatt führte uns zum Beispiel zu einem sehr gut versteckten Leoparden, welcher für das ungeschulte Auge niemals zu entdecken gewesen wäre. Doch für Eddie war dieses fallende Blatt ein Grund genauer hinzuschauen und tatsächlich, seine Erfahrung verschaffte uns eine wundervolle Sichtung dieses majestätischen Tieres.

Oft kam die Frage von Gästen wieso wir keine Waffen mit uns führen im Auto und auch zu Fuß nicht. Die Antwort, dass wir bei den Tieren zu Gast sind und man als Besucher keine Waffen mit zu Freunden nimmt überzeugt und rührt mich jedesmal wieder, denn genauso ist es, WIR sind zu Besuch bei den Tieren und unser Verhalten spiegelt sich in deren Benehmen wider.
Ja, auch Walking Safaris standen auf dem Programm und diese waren sehr intensiv. Denn es ist ein großer Unterschied ob man einem Elefanten mit dem Auto begegnet oder ob man ihm zu Fuß gegenüber steht. Auge in Auge mit dem sanften Riesen ist definitiv ein Gänsehautmoment… Hier wurden wir immer von professionellen Polern begleitet, die im Delta und mit den Tieren aufgewachsen sind und die Gegend wie ihre Westentasche kennen. Der Name Poler kommt von ihrem Beruf, denn eigentlich fahren sie die Mokoros, die Einbäume, traditionelle Fortbewegungsmittel im Okavango Delta.
Im Delta angekommen lassen wir das Auto zurück und steigen in ein Mokoro um, gleiten mit all unserem Equipment durch die Kanäle im Papyrus und bauen das Camp auf einer einsamen Insel auf, wieder umgeben von Elefanten, Büffeln, Hippos und jede Menge Antilopen. Eines der Highlights für viele Gäste!
Mein persönliches Highlight in Afrika ist allerdings immer das Brüllen von Löwen zu hören, dieses Geräusch berührt mich so sehr, dass ich es kaum beschreiben kann. Nur durch eine Canvasplane von diesen majestätischen Tieren getrennt zu sein und sich trotzdem so sicher zu fühlen ist einfach überwältigend! Buschromantik pur!!! Ich hatte nicht einmal in den ganzen Monaten einen Moment in dem ich mich unwohl gefühlt hätte oder gar Angst gehabt hätte, weder nachts- noch tagsüber!

Das schöne an den Touren durch Botswana ist, dass jede Gegend ihren ganz eigenen Charakter hat, sowohl von der Population der Tiere als auch von der Natur. So ist z.B. das Okawango Delta bekannt für seine große Vielfalt an Vögeln, der Moremi NP für seine Wildkatzen und der Chobe (inklusive Savuti) für seine große Population von Elefanten. Aber grundsätzlich kann man überall alles sehen… Und das durfte ich für 3 Monate erleben und leben. Momente wenn man gerade Essen zubereitet und plötzlich eine Herde Elefanten mitten durchs Camp läuft sind unbezahlbar!

Das Ende meiner Zeit bei Bush Ways durfte ich dann deren Lodges verbringen. Das Chobe Elephant Camp liegt in den Bergen des Chobe Nationalparks mit Blick über den Chobe River und Namibia, atemberaubend! Der Name Elephant Camp ist genau richtig gewählt, denn wie alles in Botswana ist auch dieses Camp nicht eingezäunt und so hat man die Möglichkeit Elefanten, Giraffen, Kudus,… dabei zu beobachten wie sie durch das Camp spazieren! Das Chobe Elephant Camp besteht aus 12 Chalets und kann bis zu 24 Personen beherbergen, sehr familiär und privat, wirklich wunderschön! Auch hier bin ich wieder nur wundervollen Menschen begegnet, vom Koch bis zum Manager sind alle Menschen freundlich, gut gelaunt und haben Spaß an ihrem Job! Wie kann es auch anders sein, wenn man in einer solchen Umgebung arbeiten darf!

Meine letzte Etappe führte mich dann noch ins Sango Camp, dem zweiten Camp von Bush Ways. Völlig anders als das Elephant Camp, aber nicht weniger romantisch und beeindruckend. Hier wohnen die Gäste in sogenannten tented houses, bedeutet große feste Zelte, die wunderschön eingerichtet sind und eine Mischung zwischen Lodge- und Campingatmosphäre vermitteln. Das Camp liegt am Rande des Moremi Game Reserves, in der sogenannten Khwai Consession Area. Diese Gegend ist bekannt für ihre hohe Population an Leoparden und Löwen, ein absoluter Traum für mich!

Hier durfte ich in der letzte Nacht noch einmal das für mich schönste Geräusch im Busch hören, das Brüllen der Löwen… Allerdings hat mir das den Abschied von Botswana nicht unbedingt einfacher gemacht und nochmals einen großen Teil meines Herzens hier gefesselt.

Was ich in dieser Zeit über mich erfahren habe ist, dass ich jederzeit ein Zelt einer festen Unterkunft vorziehen würde, egal wie wunderschön diese sind, mein Herz schlägt für den Busch, ich glaube ich bin ein Bush-Girl 🙂 Ich liebe es in der Natur zu sein, das Schlafgehen zwischen wilden Tieren und das Aufwachen unter ihnen! Diese Art des Reisens ist für die Natur, die Tierwelt und für’s Herz eine echte Bereicherung!

Die große Frage zum Schluss ist nun nur, wie und wann werde ich nach Botswana und in den Busch zurückkehren???